6. Monatsbericht: 道の真中・始めたばかり・・・ / In der Mitte des Weges – gerade erst begonnen…

Hallo ihr Lieben…
mittlerweile ist auch der Februar schon um. Das heißt für mich: Zurückblicken auf ein halbes Jahr voller neuer Erfahrungen, Herausforderungen und Erinnerungen, die ich gerne mit euch teilen möchte. Doch bevor ich den Rückblick starte sollte ich euch natürlich auch von meinem doch etwas anderen Februar erzählen. Also dann, los gehts…

Februar in Japan.
Der Februar in Japan ist doch ziemlich anders als der den ich noch aus Deutschland kenne. Zum einen die Temperaturen: Wenn in Deutschland Eiseskälte bei Minusgraden herrscht, hat man in Japan schon frühlingshafte Temperaturen. Die Sonne gibt ihr Bestes und es gibt gerade einmal so viel Regentage, dass man sie an einer Hand abzählen kann. Dazu gab es dann noch die schöne Pflaumenblüte. Ja, ihr lest richtig. Pflaumenblüte. Denn obwohl es doch eigentlich gar kein Frühling und eigentlich auch noch gar keine ausreichenden Temperaturen sind, blüht die Pflaume hier in Japan schon seit Anfang Februar. Ich sage ja, ziemlich anders als in Deutschland.

„Japanisiert“ werden.
Sicher überlegt ihr jetzt, was ich damit sagen will. Wie soll ich sagen. Mittlerweile habe ich viele japanische Freunde und Bekannte und somit bekomme ich auch viel von der japanischen Kultur und vor allem die japanischen Feiertage und deren Bräuche mit. So wurde ich zum Beispiel am 節分 (Setsubun), einem japanischen Feiertag, mit Bohnen beworfen um böse Geister zu vertreiben und musste eine große Sushirolle essen und durfte so lange nichts sagen, bis das ganze Stück verzehrt war. Wenn man den Brauch nicht kennt recht seltsam, aber wenn man sich mit mehreren bewirft doch ein ganz nettes Ereignis. Ansonsten wäre da noch der Punkt Sprache. Mittlerweile spreche ich relativ gut Japanisch. Natürlich verstehe ich längst nicht alles, aber ich gebe mein Bestes und lerne fleißig weiter. Aber es ist schon eine Bestätigung für mich selber, dass ich doch mittlerweile gut hier klarkomme und mich mitteilen kann.

Riesenrad fahren mit dem Kindergarten.
Mitten im Februar ging es mit meiner Kindergartengruppe auf nach Center Kita um gemeinsam mit dem großen Riesenrad zu fahren, das mitten auf dem Einkaufszentrum „MosaicMall“ steht. Wieso das Ganze überhaupt…?! Um das zu erklären hole ich ein wenig weiter aus. Die Kinder der Gruppe sind natürlich nicht nur alle Deutsch. Viele halbdeutsche Kinder gehen auch auf die Deutsche Schule und da kommt schon so eine lustige bunte Truppe zusammen. In meiner Gruppe gibt es Kinder mit Wurzeln in ganz verschiedenen Ländern: Deutschland, Japan, China, Korea, Österreich, Schweiz, Chile, Finnland oder Vietnam. Und damit die Kinder nicht vergessen wo sie herkommen, und die anderen vor allem eine kleine Ahnung davon bekommen wo die anderen ihre Wurzeln haben, haben sich die beiden Erzieherinnen meiner Gruppe etwas einfallen lassen. In bestimmten Wochen erarbeiten wir gemeinsam mit den Kindern etwas zu dem Land aus dem ein Elternteil kommt. Begonnen haben wir mit Japan: Fuji-Kneten, Kimono-Falten…alles kein Problem für uns. Dann ging es direkt nach Deutschland: Was ist eigentlich das Brandenburger-Tor? Schließlich kamen wir dann zu Österreich: Was gibt es da? Richtig: ein großes Riesenrad an das man sofort denkt. Deswegen beschlossen wir mit den Kindern zu dem nächsten Riesenrad hier in der Umgebung zu fahren, was sich als großes Abendteuer herausstellte. Denn für manche Kinder war es nicht nur die erste Bahnfahrt mit dem Kindergarten, sondern auch der erste Besuch eines Riesenrads. Ziemlich spannend also das Ganze.

Neues Schuljahr – neue AG.
Ein neues Schuljahr hat im Februar begonnen. Das heißt aber auch: neuer AG-Plan für die Kinder. Die Psychomotorik-AG in der ich bis jetzt mitgeholfen habe, konnte leider aus Personalgründen nicht mehr weiter angeboten werden. Deshalb leite ich jetzt mit einer Lehrerin der Schule eine neue, noch nie dagewesene AG: die „Spiele“-AG. So langweilig der Name auch klingen mag, hinter der „Spiele“-AG versteckt sich doch einiges worauf man nicht kommt wenn man nur den Namen liest. Wir gehen nämlich mit den Kindern nicht etwa Brettspiele spielen oder in die Turnhalle, sondern wir verbringen unsere gemeinsame AG-Zeit draußen in der Natur und spielen Geländespiele wie „Räuber und Polizist“ oder auch „Schmuggler“. Den Kindern macht das sichtlich Spaß, man ist an der frischen Luft und man beschäftigt sich mit seiner Umwelt. Das nenne ich gut ausgedacht, gut umgesetzt und Spaß daran gefunden. Daumen hoch für die neue AG von meiner Seite.

Besuch aus Old-Germany.
Nach, für mich kurzen, für meine Mama wohl ziemlich langen 6 Monaten, bekam ich endlich Besuch aus der Heimat, denn meine Eltern schneiten für eine Stippvisite von ganzen 10 Tagen bei mir vorbei. Scherz beiseite. Das ganze war eiskalt geplant und gut durchdacht, denn schon vor Ankunft meiner Eltern hatte ich mir den „Reiseplan“ erarbeitet und alle nötigen Hilfsmittel mobilisiert um mich auch in noch mir unbekannten Gefilden zurecht zu finden. Danke hier an online abrufbare Stadtkarten. Natürlich freute ich mich wahnsinnig als ich meine Eltern am Flughafen in Narita abholen konnte. Aber kaum angekommen wurde mir bewusst wie gut es war, dass ich Japanisch spreche, denn meine Eltern befanden sich in einer Umwelt, in der sie plötzlich nichts mehr verstehen konnten. Wir verbrachten die gemeinsame Zeit sowohl mitten im größten Ballungsgebiet der Erde „Tokyo“, als auch auf dem eher ländlicher gelegenen Teil des Landes „Hakone“. Es war abwechslungsreich und ich konnte auch vieles mir noch unbekanntes entdecken. Ein großes Danke an meine Eltern an dieser Stelle, denn ich habe mich wirklich sehr über den Besuch meiner Liebsten gefreut. Es lag mir einfach am Herzen Ihnen in real zu zeigen wo ich im Moment lebe, was ich mache und wie es mir geht. Nämlich super hier in Japan.

Das zu den speziellen Ereignissen im Februar. Aber dieser Bericht soll nicht nur über den Februar sein. Denn der Februar und damit dieser Bericht, ist meine Halbzeit in Japan. Der 6. Monat ist vorüber. Ein halbes Jahr ist mittlerweile vergangen und mir kommt es so vor, als wäre die Zeit an mir vorbei gerauscht. Deswegen ein Stichpunktartiger Rückblick der letzten Monate in Japan:

September: Ankunft in Japan, sich einleben, sich vorstellen, sich einbringen, sich einrichten

Oktober: der Alltag kehrt langsam ein, meine Position im System finden, Tag der Deutschen Einheit – nicht in Deutschland, Ausflüge mit den Grundschulklassen, mein 20. Geburtstag in Japan, der EU-Friendshiprun, das Oktoberfest der DSTY, Krank in Japan

November: warmer Winter in Japan, Arbeitstage wie gewohnt, Weihnachtsflohmarkt und Bazar, Martinsumzug

Dezember: Altersheim und Kindergarten, Plätzchenbacken, Besuch eines japanischen Kindergartens, Weihnachtsfeiern, Winterferien, Heiligabend und Silvester in Japan

Januar: Stars an der DSTY, alleine in der Lerni, Vorsätze und Pläne

Ihr seht: Ich habe einiges erlebt bis jetzt. Natürlich sind das alles nur Abrisse des Ganzen, aber selbst mir fällt auf das es doch so viel gibt, was man mit der Zeit wieder vergisst. Was aber nehme ich ganz besonders mit aus dem letzten halben Jahr?

Auf mich alleine gestellt sein.
Noch nie war ich so lange auf mich alleine gestellt wie seit letztem September. Am Anfang dachte ich noch es wäre alles ganz einfach und kein großes Problem, aber schnell wurde mir bewusst, dass da ein Teil fehlte. Mittlerweile sehe ich das aber auch schon wieder anders und komme sehr gut mit meiner Situation zurecht. Ein bisschen stolz bin ich auch auf mich selber, da ich es geschafft habe und hier in Japan, so weit weg von Zuhause, eigentlich ganz alleine alles geregelt bekomme.

Neues kennen lernen.
Seit ich in Japan bin habe ich vieles Neues kennen gelernt. Sei es Essen oder Trinken oder eine so fremde Kultur. Vor allem aber habe ich neue Menschen kennen gelernt, die mich seit meiner Ankunft hier begleiten. Dazu gehöre auch ich selber. Denn auch an mir habe ich einige neue Seiten kennen gelernt.

Das sind so die wichtigsten Sachen die ich aus der bisherigen Zeit mitnehme. Und damit soll es das auch schon gewesen sein für diesen Monat. Die Zeit hier in Japan rennt wirklich an mir vorbei. Ich hoffe ihr alle in Deutschland habt mindestens eine genau so tolle Zeit wie ich hier. Ich freue mich jetzt schon darauf, euch alles persönlich zu erzählen und zu zeigen.
Natürlich endet dieser Bericht auch mit einem Ausschnitt aus einem Lied. Kleiner Tipp: Wenn ihr die Titel der Songs auf http://www.youtube.com sucht findet ihr bestimmt alles. Also dann bis zum nächsten Bericht.

euer Fabi

 

清水翔太・君が暮らす街 /
Shimizu Shota – kimi ga kurasu machi (Die Stadt in der du lebst)

改札を出て新しい暮らし
少しだけ楽になるのかな
何でもないあの街のどこかで
君は変わらずに
夢を追い生きている

君が暮らすあの街は
なんとなく暖かくて
ただ、君に会いたくなるだけの
何でもない街

僕が暮らすこの街は
君に似た誰かがいて
もう、君に会えなくなるだけの
何でもないまち

さよなら、ありがとう

Ich verlasse den Ticketschalter Richtung „Neues Leben“
Ob es wohl etwas Spaß machen wird?
Irgendwo in dieser Stadt in der es nichts gibt
verfolgst du deinen Traum
ohne dich zu verändern

Die Stadt in der du lebst
fühlt sich irgendwie warm an
In dieser einfachen Stadt
bekomme ich das Gefühl dich sehen zu wollen

In dieser Stadt in der ich lebe
gibt es jemanden der dir ähnlich sieht
In dieser einfachen Stadt
in der ich dich nicht mehr treffen kann

Bis bald, Danke für alles

5. Monatsbericht: 2010年の思い出x2011年の抱負 - Erinnerungen von 2010 x Vorsätze für 2011

「どこにいても、誰と会っても、何があっても
俺は俺で生きている。きっと、ずっと・・・」
„Wo immer ich bin, Wen auch immer ich treffe, Was auch immer ist,
Ich bin ich selbst. Sicherlich, für immer…“

…es ist zwar etwas verspätet, aber auch aus dem entfernten Yokohama wünsche ich euch allen ein ganz tolles neues Jahr. Ich hoffe ihr seid alle gut in das neue Jahr gekommen und habt es auch ohne mich ordentlich zelebriert. Ich bin jetzt schon 5 Monate nicht mehr in Deutschland. An sich eine ziemlich lange Zeit, aber hier sind die Monate vergangen als hätte jemand die Vorspulen-Taste eines Videogerätes permanent gedrückt gehalten. Also für mich Zeit, das letzte Jahr noch einmal zu rekapitulieren, es ist ja nicht so, als hätte ich nichts erlebt in 2010. Also dann! Los geht’s im Frühjahr 2010…

Viel Beschäftigt – Abistress mit Lichtblicken

Im Frühjahr 2010 hatte ich meiner Meinung nach doch recht viel zu tun. Ich habe für mein Abitur gelernt, den Abiturball meines Jahrgangs mitorganisiert, den japanischen Sprachtest JLPT bestanden und ganz nebenbei erfahren, dass ich ab September ein Jahr in Japan leben werde, denn ich wurde vom sfd Kassel e.V. für die Stelle in der Deutschen Schule Tokyo Yokohama ausgesucht, um dort mein freiwilliges soziales Jahr zu verbringen. Also ging es während meiner Abivorbereitungen schon auf ein Vorbereitungsseminar für das Auslandsjahr…

Sommer 2010 – realisieren, dass die Zeit bis Japan doch nicht mehr so lang ist

Während meiner Klausurphase bin ich dann noch einmal auf ein Vorbereitungsseminar gefahren. Wie ihr seht bin ich also viel unterwegs gewesen. Im Juli habe ich dann erfahren, dass ich mein Abitur bestanden habe. Und dann ist mir plötzlich aufgefallen, dass die Zeit bis Japan doch nicht mehr so lange ist. Also wurde jetzt richtig heftig geplant. Nicht das ihr denkt ich hätte vorher nichts geplant oder so, aber kurz vor der Ausreise gibt es dann doch noch einige Dinge an die man denken sollte. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an meine Mama und meinen Papa, die sich wahrscheinlich noch viel mehr Gedanken gemacht haben als ich.  Und was kam nach all dem Planen? Richtig, die Ausreise.

Seit September lebe ich jetzt in Yokohama. Der zweitgrößten Stadt Japans. Unzählige Kilometer weit weg von Deutschland und immer 7 Stunden voraus.

Herbst und Winter in Japan

…oder besser gesagt, dauerhafter Frühherbst, denn Temperaturen um 25 Grad an meinem Geburtstag, den ich dieses Jahr zum ersten Mal ohne Familie und weit weg von Zuhause verbracht habe, nenne ich nicht wirklich herbstlich. Bis Mitte Dezember hielt sich das Wetter auch immer recht gut, aber dann wurde es auch in Japan kalt. Und so verbrachte ich Weihnachten natürlich auch ohne Familie und deutsche Leckereien, dafür aber mit vielen lieben Leuten, die ich hier kennen gelernt habe. Silvester ging es dann auf das Konzert einer berühmten japanischen Sängerin und da ich so viel um die Ohren hatte ist mir gar nicht wirklich aufgefallen das es schon 2011 ist.

Womit wir ja jetzt auch schon im Januar angekommen sind. Also zurück zum eigentlichen Anlass dieses Berichtes. Was gab es denn so im Januar?

Ruhiger Start ins neue Jahr – oder auch: „Wieso ist es eigentlich heute so still?!“

Genau das habe ich mich am 1.1.2011 gefragt, als ich auf dem Weg zum Supermarkt war und mir diesmal kein Auto entgegenkam, keine Geschäftsmänner im Anzug und mit Tasche an mir vorbeirannten, keine Schulkinder auf dem Gehweg spielen und keine Leuchtreklamen mein Nervenzentrum reizten. Oh man, das hört sich an…aber so war es. Keiner unterwegs. Und alles war gaaaaanz still. Und dann ist es mir eingefallen: Der 1. Januar ist der höchste japanische Feiertag. Niemand arbeitet, niemand fährt weg, niemand geht einkaufen…bis auf mich. An diesem Tag habe ich Japan und die Umgebung in der ich hier lebe noch einmal ganz anders wahrgenommen. Die nächsten Tage kehrte dann aber das Leben wieder zurück. Die Japaner mussten wieder zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Nur die Deutsche Schule hatte noch Ferien. Also genoss ich die Tage bis zum Schulanfang…

Schulbeginn im neuen Jahr – Wie komme ich am besten wieder in den alten Trott?

Am 10.1. ging es dann wieder mit der Schule los. Für mich hieß das, die Arbeit fängt wieder an. An meiner Arbeit an sich hat sich nichts geändert, aber irgendwie kam mir die Situation bekannt vor in der ich mich befand, denn egal ob Freiwilliger, Lehrer oder Schüler. Alle wirkten noch etwas konfus am ersten Tag. Jeder musste sich erst einmal wieder an die Schulumgebung und das Gewusel den Tag über gewöhnen. Aber das hat ja auch etwas Schönes.

Es funktioniert! – oder auch: alleine in der Lerni

Für 4 Tage arbeitete ich alleine in der Lerni, da die eigentliche Besetzung aus persönlichen Gründen kurz nach Deutschland zurück musste. Das war schon ein komisches Gefühl am ersten Tag so alleine in der Lerni mit den Kindern. Aber da ich mittlerweile alle kenne, und vor allem mich alle kennen, war das kein großes Problem. Ich hatte zwar viel zu tun, aber ich hatte auch mächtig viel Spaß. Und das Beste ist doch, zu sehen, dass es klappt. Zu Beginn meines Dienstes hätte eine solche Aktion mit Sicherheit nicht wirklich gut geendet.

Stars an der DSTY – Videodreh mit Hindernissen

An einem Schultag hatte die DSTY besondere Gäste. Denn die DSTY wurde von einer der erfolgreichsten Bands Japans als Kulisse für ihr neues Video genutzt. Das hieß für uns: Während der Dreharbeiten (die den ganzen Tag andauerten) immer schön aufmerksam sein, ob man nicht gerade mitten im Bild steht. Für die Kinder war das natürlich schon interessant, ihre Stars mal so nah zu sehen. Für die Lehrer(innen) und alle anderen war es aber ein kleines organisatorisches Problem.

Über das Gefühl „angekommen zu sein“ – „japanischer Ausländer“

Dieses Mal möchte ich euch aber auch noch ein wenig über mein Leben in Japan berichten. Als ich losgeflogen bin habe ich mir schon so meine Gedanken gemacht wie das Ganze so wird, so weit weg von Zuhause und in einer ganz anderen Kultur mit einer so ganz anderen Sprache. Und ich muss zugeben, zu Beginn ist mir nicht alles so leicht gefallen. Ich musste mich an vieles erst gewöhnen und einiges dazu lernen. Doch mittlerweile kann ich euch sagen, dass ich denke, dass ich angekommen bin. Ich kann mich in meiner Umgebung bewegen ohne mir großartig Gedanken machen zu müssen irgendwo auf eine unüberwindbare Barriere zu stoßen. Das hat hier vor allem mit der Sprache zu tun. Mein Japanisch hat sich doch ziemlich verbessert. Klar, ich werde jeden Tag mit der Sprache konfrontiert, aber das heißt noch lange nicht das man automatisch die Landessprache lernt. Aber bei mir funktioniert das ganz gut. Ich spreche viel Japanisch mit meinen Freunden und wenn ich irgendwo weg bin. Als Übung, aber auch als Bestätigung für mich selbst, dass ich es doch geschafft habe. „Japanischer Ausländer“ – damit will ich jetzt nicht sagen, dass ich mich als besonders japanisch sehe, aber ich glaube ich habe mich doch dem ein oder anderen hier angepasst. Dazu gehören auch ganz kleine und eigentlich nichtige Dinge, wie das Duschen (Ja, in Japan duscht man etwas anders als in Deutschland), das Zusammenleben mit anderen, Höflichkeit, Respekt, Denk- und Sichtweise, aber vor allem auch das Essen. Ich weiß jetzt schon, dass es in Deutschland nach meiner Rückkehr mit Sicherheit des Öfteren Reisbällchen oder Miso-Suppe geben wird.

Ein neues Jahr beginnt – Vorsätze und Pläne für 2011

Das neue Jahr ist noch jung, aber trotzdem habe ich mir einige Sachen vorgenommen. Der wichtigste Vorsatz für dieses Jahr ist allerdings „ich“ zu bleiben und meine Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren. Und bei der Arbeit werde ich weiterhin mein Bestes geben, versteht sich. Was gibt es noch…Welche Pläne habe ich? Als nächstes steht erst einmal der Besuch meiner Eltern an.  Darauf freue ich mich schon besonders. Denn natürlich möchte ich besonders meinen Eltern zeigen wie ich hier lebe, was es hier zu entdecken gibt und was ich so in Japan treibe. Ansonsten sind noch keine großen Pläne gemacht.

Das soll es für dieses Mal auch gewesen sein. Der Januar war doch recht ruhig und deshalb ist auch der Bericht dieses Monat etwas kürzer. Aufhören soll er aber wie immer mit ein paar japanischen Zeilen.

ganz liebe Grüße aus dem weit entfernten Yokohama

euer Fabi

「今だけは あえてありがとうを言うよ
まだまだ旅の途中だし
未来がある 希望がある 信じているから
You can go your way いつだってここにいる
I’ll always be with you 胸の中
過ごした日は まだ振り返らない
輝けるため このまま each other’s way …」

„Wenn wir uns nur jetzt sehen sage ich Danke
Ich bin noch mitten auf meiner Reise
es gibt eine Zukunft, es gibt Hoffnung, weil ich vertraue…
Du kannst deinen Weg gehen, ich bin immer hier
Ich bin immer bei dir, in meinem Herzen
ich blicke noch nicht auf die vergangenen Tage zurück,
um zu scheinen bleiben wir immer so wie wir sind…“

4. Monatsbericht: 年末・今年の違う12月の思いで-Jahresende ・Erinnerungen von diesem anderen Dezember

Hallo ihr Lieben Festgefrorenen in Deutschland…Ich hoffe doch ihr lasst euch durch das extreme Wetter bei euch die Laune nicht verderben und habt trotzdem genau so viel Spaß wie ich mitten in Yokohama, der zweitgrößten Stadt Japans. Seit mittlerweile 4 Monaten lebe ich jetzt hier am so ziemlich anderen Ende der Welt. Und das meine ich nicht nur örtlich, denn das Leben in Japan ist schon etwas ganz anderes als in Deutschland. Wie immer schreibe ich euch meine Erinnerungen an diesen Monat auf und ich hoffe euch gefällt auch dieser Bericht…

日本の天気 / Japanisches Wetter

「今日は寒い。」

「えっ?!でも今日は19℃・・・」

„Heute ist es kalt.“

„He?! Aber es sind doch 19 Grad heute…“

Das Japanische Wetter ist schon ziemlich abgefahren. Rosen und andere Blumen blühen noch, die Bäume sind größtenteils noch grün, der Rasen wächst noch und die Sonne zeigt sich mindestens einmal täglich für mehr als 5 Stunden. Moment mal! Hatte ich nicht gesagt ich schreibe über den Dezember? Stimmt, genau das tue ich ja auch, denn in Japan versteht man unter Dezembertemperaturen im Moment nichts was unter 12°C liegt. Aber um den Spruch oben zu verstehen sollte ich euch eine kleine Geschichte erzählen. Das Ganze ist noch gar nicht so lange her. Ich habe mich natürlich extra dick eingepackt weil ich es, genauso wie die Japaner bei 19°C schon ziemlich kalt finde. Spricht man aber mit Ausländern, die hier zum Urlaub machen sind verschiebt sich die Ansicht ein wenig. Denn wo ich bei 19°C schon mit Schal und dicker Jacke herumlaufe, gibt es immer noch genug Leute die der Jacke ein schickes T-Shirt und Shorts vorziehen. Na das man sich dann erkältet soll wohl sein. 😛

Ansonsten scheint hier meist die Sonne. Graue Tage wie in Deutschland gibt es hier kaum, es sei denn es regnet, aber dann auch richtig und meist den ganzen Tag.

ケアハウスx幼稚園 / Altersheim x Kindergarten

「これ、ありがとうのプレゼント。」

„Hier, ein Dankeschöngeschenk.“

Anfang Dezember gab es ein besonderes Projekt des Kindergartens, bei dem der Kindergarten ein Altenheim besuchte und umgekehrt. Als die Senioren aus dem Altersheim bei uns im Kindergarten zu Besuch waren, gab es zahlreiche Aktivitäten mit und für die Senioren, denen es sichtlich Spaß gemacht hat mit den ganz kleinen zu spielen, zu basteln oder zu backen. Es wurde viel gelacht und auch die Verständigung klappte ganz gut. Einen Tag nachdem wir die Senioren zu Besuch hatten, kam dann ganz plötzlich und für uns total überraschend jemand aus dem Altersheim vorbei und brachte eine Tafel Schokolade als kleine Aufmerksamkeit vorbei. Ziemlich süß oder? Aber genau solche Momente machen mir besonders Spaß.

クッキー、どこでもクッキー / Plätzchen, überall Plätzchen

Adventszeit heißt auch Plätzchenzeit. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch im Kindergarten der DSTY. Denn im Dezember haben wir auch viele, um nicht zu sagen unzählig viele Kekse gebacken. Doch nie alleine. Immer waren die Kinder mit von der Partie und es gab sogar Unterstützung von einigen Müttern der Kinder. Es gab also Köstlichkeiten aus aller Welt: deutsche Plätzchen zum Ausstechen, Schweizer Anisgebäck, Österreichische Marmeladenplätzchen, norwegische Boller und auch chilenische Plätzchen mit Orangen und Kokosnuss und und und… Ich darf euch verraten: das hört sich nicht nur lecker an, sondern war es auch. Das Backen und Probieren endete dann aber in einem großen Kindergarten-Plätzchenverkauf, bei dem in den großen Pausen alle Schüler und Schülerinnen sowie das gesamte Lehrpersonal Plätzchen kaufen konnten. Der Erlös des Ganzen wurde wohltätig gespendet. Die Kinder waren zufrieden, die Plätzchen waren lecker, aber vor allem hatten wir viel Spaß.

日本の幼稚園 / der japanische Kindergarten

「やー、怖いじゃん・・・」

„Ah, ich hab Angst…“

Mitte Dezember ging es mit allen vierjährigen Kindern aus dem Kindergarten in Richtung Azamino, denn wir besuchten einen japanischen Kindergarten. Klingt ja erst einmal nicht so spannend, war es aber. Denn der Anlass für den Besuch war ein ganz besonderer. Der japanische Kindergarten hatte echte japanische Sumo-Ringer zu Gast, die, zusammen mit den Kindern versteht sich, traditionelles Mochi geschlagen haben. Mochi? Okay, das erfordert wohl eine Erklärung. Mochi ist eine traditionelle japanische Speise und besteht aus Reis, auf den so lange eingedroschen wird, bis er matschig, und schlussendlich wieder klebrig wie Kaugummi wird. Das hört sich vielleicht nicht so lecker an, ist es aber. Nebenbei besuchten auch zwei sehr berühmte japanische Wrestler den Kindergarten. Meine Aufgabe bei dem Ausflug war zum einen, mich um die Kinder meines Kindergartens zu kümmern, falls es Probleme gab (so wie die anderen Erzieher die mit waren), zum anderen aber musste ich auch ein klein wenig übersetzen. Die Herausforderung: japanischer Kindergarten, das heißt 700 Kinder bei nur 20 Erziehern. Aber, was sollte man anderes in Japan auch erwarten. Alles eben ein bisschen anders als in Deutschland. Aber mindestens genau so lustig und erlebnisreich. Der Spruch oben kommt von mir selbst. Ist mir beim Anblick der Wrestler so herausgerutscht. Passiert schon mal.

クリスマスパーティー / Weihnachtsfeiern

Natürlich gibt es in Japan auch Weihnachten. Nur etwas anders als in Deutschland, aber dazu später mehr. Was die Schule und Weihnachten betrifft wurde sich mächtig ins Zeug gelegt. Es gab nicht nur den Kindergarten-Plätzchenverkauf, sondern auch einen Weihnachtsbazar, ein Nikolaus-Volleyballturnier (bei dem das Lehrerteam eingeschlossen meiner Wenigkeit den zweiten Platz erreichte – das nur so am Rande) und Weihnachtswichteln. Der Höhepunkt, oder in diesem Fall wohl besser die zahlreichen Höhepunkte waren die Weihnachtsfeiern, denn es gab nicht nur eine, sondern gleich drei Feiern. Zum einen die des Kindergartens. Diese wurde aber auch genutzt um die mit den Kindern erarbeiteten Dinge zum Thema „Vergiss den anderen nicht“ vorzustellen. Feier Nummer 1. Direkt am nächsten Tag ging es mit der Weihnachtsfeier der Schule weiter. Naja, Weihnachtsfeier trifft es hier nicht ganz. Weihnachtskonzert ist der bessere Begriff, denn die Schule stellt jedes Jahr ein eigenes Weihnachtskonzert auf die Beine, bei dem viele Schüler und Schülerinnen, aber auch Lehrer und Lehrerinnen mitwirken. Zum Beispiel im Schulchor, dem Schulorchester, der Theatergruppe, dem Streichquartett oder oder oder… Das gesamte Konzert ging über 2 Stunden und war wirklich toll. Feier Nummer 2. Als letztes gab es dann noch die Weihnachtsfeier der Grundschule, die die Kinder mit ihren Klassenlehrern selber gestaltet haben. Es gab viele Vorführungen und natürlich auch das ein oder andere Weihnachtslied zum mitsingen. Weihnachtsfeier Nummer 3. Bei allen dreien waren aber vor allem auch die Eltern mit von der Partie. Wie ihr seht wurde es mir also nicht langweilig, bei so vielen Weihnachtsfeiern und spätestens bei der letzten habe ich auch gemerkt das Weihnachten bald vor der Tür steht…

日本からのメリークリスマス / Frohe Weihnachten aus Japan

…was mich zum Thema Weihnachten in Japan bringt. Naja, sagen wir mal so: Krasser dekorieren als die Japaner tut wohl niemand. Warum gibt es eigentlich Weihnachten in Japan? Stimmt, die Frage ist es berechtigt, denn in Japan gibt es nur ca. 1% Christen. Der buddhistische Teil der japanischen Bevölkerung, und das ist fast der gesamte Rest, kennt die Bedeutung von Weihnachten eigentlich nicht. Weihnachten in Japan ist eher ein Familienfest, bei dem man sich beschenkt und viel Zeit mit der Familie verbringt. Etwas religiöses steckt da nicht dahinter. Was aber nicht heißt, dass die Japaner weniger hektisch Geschenke einkaufen oder weniger energisch ihre Gärten, Häuser, Einkaufszentren, Leuchtreklamen oder auch gerne mal Haustiere (ein Weihnachtshund ist hier keineswegs unüblich) auf Weihnachten vorbereiten. Alles blinkt und funkelt im schönsten Weihnachtsrot-grün-silber-gold-glitzer. Es gibt nichts was es nicht gibt…außer den Advent. Den gibt es in Japan gar nicht. Die Vorweihnachtszeit ist die Vorweihnachtszeit. Jede Woche eine Kerze anzünden kennt hier kaum jemand. Und vor allem: Wer würde das denn übernehmen, wenn doch auch Sonntags alle Geschäfte aufhaben und die meisten Menschen arbeiten müssen?

冬休み / Winterferien

So wie ich in der ersten Woche der Schulweihnachtsferien. Aber nein, das meine ich nicht negativ. Seit Montag gibt es jetzt die Schulferien. Lediglich die Verwaltung, die Hausmeister und ich als Freiwilliger arbeiten noch in der Woche vor Weihnachten. Meine Aufgabe ist ziemlich einfach aber effektiv. Der Kindergarten hat so viel Spielsachen, dass diese natürlich irgendwann etwas schmutzig werden, wenn sie tagtäglich in Gebrauch sind. Deshalb wasche ich die Spielsachen, trockne sie und verstaue sie wieder in den richtigen Kisten, damit die Kinder wenn sie aus den Ferien kommen mit sauberen Spielsachen weiter Türmchen bauen, Flugzeuge zusammenstecken oder auch Burgen errichten können. Natürlich ist das schon etwas komisch, so ganz allein im Kindergarten. Aber dafür gibt es Radio oder einen CD-Spieler in dem in Dauerschleife Rock-Christmas läuft.

クリスマスイヴから年末まで / von Heiligabend bis Jahresende

「クリスマスパーティーをしましょうか??」

「また~?」

„Lass und eine Weihnachtenparty machen.“

„Schon wieder?“

…gibt es noch genug zu tun. Am 24. lasse ich es mir gut gehen und genehmige mir einen ganzen Tag nichts tun. So als Einstieg in die Ferien genau das Richtige. Danach geht es am 25. dann direkt weiter mit der Weihnachtsfeier des Guesthouses in dem ich lebe. Wir machen eine Party, bei der jeder einfach etwas mitbringt oder kocht und dann wird der Abend nett miteinander verbracht. Ich mache natürlich mit allen zusammen Plätzchen zum Ausstechen und ich freue mich jetzt schon auf die Backstunde mit den Mitbewohnern. Den 26. werde ich nach der Weihnachtsfeier sicherlich erst einmal ausschlafen und den Tag dann ganz gemütlich angehen, so wie die anderen freien Tage auch. Einfach mal entspannen, und bei Lust die Gegend weiter erkunden. Es ist ja nicht so, als hätte ich hier schon alles gesehen.

年越 / Silvester

…werde ich ganz unjapanisch verbringen. Die Japaner gehen an Silvester nämlich um Mitternacht zum Schrein und beten. Feuerwerk gibt es hier nur sehr selten und eigentlich ist es auch gar nicht erwünscht. Die Silvesternacht ist eine der ruhigsten Nächte in ganz Japan, denn der Neujahrstag ist der höchste japanische Feiertag und einer der wenigen Tage im Jahr wo wirklich alles geschlossen hat. Ich hingegen werde an Silvester auf das Konzert von Hamasaki Ayumi, einer sehr berühmten japanischen Sängerin gehen und mit ca. 13 000 anderen Konzertbesuchern in das neue Jahr feiern.

Das soll es für diesen Monat auch gewesen sein. Ich hoffe ihr seid während des Lesens nicht festgefroren. Falls doch schicke ich euch für eure Verhältnisse sommerliche Grüße aus Yokohama, die euch sicherlich bald wieder auftauen lassen. Ich wünsche euch auch aus der Ferne ganz schöne Weihnachten, eine besinnliche Zeit und natürlich einen hervorragenden aber vor allem sicheren (denn bei so viel Eis und Schnee fällt man sicher schnell hin) Rutsch ins neue Jahr 2011, dass ihr vorerst ohne mich beginnen werdet. Enden soll dieser Bericht wie auch die letzten mit einem kleinen Text (das hat sich irgendwie als Ritual so eingespielt).

ganz liebe Grüße aus Japan

euer Fabi

「優しい歌を君にあげるよ永遠を永遠に信じられる様に

だからどうか君は笑っていて幸せだよと聞かせて

もう一度」

„Ich singe ein sanftes Lied für dich damit du für immer an die Ewigkeit glauben kannst

also bitte lächel immer weiter und lass mich hören, dass du glücklich bist

noch einmal…“

♪「MOON」ayumi hamasaki

3. Monatsbericht: 自分の決断について (jibun no ketsudan ni tsuite) – über meine eigene Entscheidung

「日本の旅行は自分の決断したことだったけど、
今その旅行を決断したことの大切さが分かってきた。」
― Nach Japan zu gehen war meine eigene Entscheidung,
aber erst jetzt begreife ich wie wichtig diese Entscheidung war.

Nun schreibe ich schon zum dritten Mal einen Bericht aus Japan. Ziemlich abgefahren das Ganze. Trotzdem kommt es mir immer noch so vor, als wäre ich gestern erst in Tokyo gelandet. Da fragt man sich echt wo die Zeit geblieben ist…aber starten wir, wie immer, am Ende des letzten Monatsberichtes…

11月1日から変わったこと – Was sich seit dem 1.11. verändert hat

Ganz klar: das japanische Wetter, denn auch in Japan hat der Herbst seine Spuren hinterlassen. Es wurde kalt. Also zumindest finde ich es bei 15 Grad mittlerweile so kalt, dass ich mich nicht mehr ohne Schal aus dem Haus traue. Das mag aber wohl daran liegen, dass der Sommer so extrem warm war, dass einem 15°C jetzt vorkommen wie ein Aufenthalt in einem viel zu groß geratenen Kühlschrank. Das geht aber nicht nur mir, sondern auch allen andern in Japan so. Das Wetter an sich ist schon ziemlich anders als in Deutschland. Die Sonne scheint mit voller Kraft und es ist selten eine Wolke zu sehen. Außerdem wird die Luft viel trockener, habe ich mir sagen lassen. So ein nass-kaltes Wetter wie in Deutschland gibt es hier eher selten. Die Bäume haben noch größtenteils ihre, bei manchen immer noch grünen Blätter und es blühen auch noch ein paar Blumen an den Straßenseiten und den Vorgärten. Ziemlich idyllisch das Ganze muss ich gestehen.
Zwischendurch gab es auch ein paar Erdbeben die man spüren konnte. Um ehrlich zu sein war das ein ziemlich abgefahrenes Gefühl. Die Erde unter einen fängt an zu Wackeln und man weiß gar nicht mehr so richtig was da gerade um einen herum passiert.
Anfang November hatten wir aber auch einen Taifun. Im Gegensatz zum Erdbeben weiß man da schon was gerade passiert und manchmal wäre man froh man wüsste es nicht, denn so ein Taifunregen ist eine ganz andere Hausnummer als ein starker Regen in Deutschland.
Ihr seht also: die Natur hier ist immer für eine Überraschung zu haben.

バイトの日々 – Arbeitstage

An meiner Arbeit hat sich nicht viel verändert. Ich arbeite nach wie vor im Kindergarten und der Grundschule. Nach wie vor macht es mir großen Spaß mit den Kindern zu arbeiten und ich muss sagen, dass ich mich mittlerweile gut eingelebt habe. Es gibt mir schon ein „Erfolgserlebnis“, wenn ich merke, dass auch meine Meinung bei den Kindern gefragt ist und ich mittlerweile auch bei Problemen öfter mal ihre Ansprechperson bin, denn vergleicht man das mit dem ersten Monat hier in Japan, so kann ich doch sagen, dass sich die Grundsituation geändert hat. Man baut schnell einen Draht zu den Kids auf. Und umgekehrt natürlich auch. Und genau deswegen macht es mir auch so viel Spaß, mit den Kindern öfters mal mit zu spielen. In einem Wort: Super!
Was hat sich bei meiner Arbeit verändert? Montags und Freitags bin ich nach wie vor in der Grundschule als Aushilfe mit von der Partie. Ich gehe ich Klassen und helfe beim Unterricht oder unterstütze einzelne Schüler bei Problemen oder Fragen. Montagnachmittag gebe ich dann Nachhilfe. Dienstags bis Donnerstags bin ich im Kindergarten und betreue als Aushilfskraft die ganz Kleinen der DSTY (Deutsche Schule Tokyo Yokohama). Nachmittags bin ich wie immer in der AG-Schiene und in der Lernwerkstatt zu finden. Viel zu tun, aber dafür auch viel Spaß. Dienstagabends gebe ich jetzt immer mit einer anderen Lehrkraft zusammen einen Tanzkurs für die älteren Schüler (ab Stufe 10).

11月のイベント – Events im November

…gab es nicht so viel wie im Oktober. Aber es gab sie. So fand zum Beispiel ein gemeinsamer Martinsumzug von Kindergarten und Grundschule statt. Es gab einen Weihnachtsflohmarkt, einen Weihnachtsbazar und und und… und ich war in den meisten Fällen mit von der Partie. Ich muss wirklich sagen, dass mir hier viel geboten wird. Ich habe die Möglichkeit an so vielen schönen Sachen teil zu nehmen. Darüber bin ich sehr glücklich und dankbar. Deswegen an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle Kollegen und die Verwaltung der DSTY.

自分の決断について – über meine eigene Entscheidung

Sicher denkt ihr jetzt: „Was hat er denn jetzt vor?!“. Ich glaube ich fange einfach an, und euch wird sicherlich schnell klar werden worum es geht…
Das ich irgendwann mal nach Japan möchte stand schon vor Langem für mich fest. Das ist jetzt aber schon seit mittlerweile 3 Monaten hier lebe kann ich immer noch nicht so ganz realisieren. Ziemlich abgefahren. Bis jetzt habe ich so viele neue Dinge und vor allem so viele nette Menschen kennen gelernt, dass ich jetzt schon weiß, dass sie mir fehlen werden. Aber vor allem kann ich sagen, dass ich viele neue Seiten an mir kennen gelernt habe und vieles nicht nur über Japan, sondern auch über mich gelernt habe. Die Entscheidung, nach Japan zu gehen bereue ich in keinem Fall. Vieles kann man im Vorfeld über das Land lesen in dem man leben wird, man kann sich auf seinen Aufenthalt vorbereiten, aber niemals werden diese Vorbereitungen jemanden komplett auf die Eindrücke und Erlebnisse vorbereiten, die man vor Ort mitnimmt. Und genau das ist auch mir passiert. Klar wusste ich vorher schon einiges über Japan und konnte auch Japanisch schon ein wenig. Aber hier ist doch alles etwas anders als gedacht. Und genau das mag ich, denn ich erlebe jeden Tag etwas anderes, neues, spannendes…und genau diese Dinge, die doch so anders sind als die daheim in Deutschland möchte ich mit euch teilen, denn mir gefällt es hier in Japan ziemlich gut.

Das soll es für diesen Monat auch gewesen sein. Ich sende euch allen wie immer ganz liebe Grüße und wünsche euch allen eine tolle Adventszeit und mindestens so schöne Momente, wie die, die ich hier in Japan erleben darf.

Ganz ganz viele Grüße
euer Japan-Fabi

「今なら わかる事がある、今なら 見えるものがある
いつかは 許せる事がある、いつかは 笑える時が来る
だからもう一度思い出してる君とのあの約束
簡単には諦めないって誓った
Born To Be free いつの日も夢を忘れない
Born To Be free 今日がもし夢に遠くても」

Jetzt kann ich es verstehen, jetzt kann ich es sehen
Irgendwann können wir loslassen, irgendwann werden wir lachen
Deswegen erinnere ich mich noch einmal an das Versprechen zwischen uns
Dass ich nicht einfach so aufgeben werde
Born To Be free Ich werde meinen Traum nie vergessen
Born To Be free auch wenn ich heute vielleicht weit von ihm entfernt bin

♪「Born To Be…」ayumi hamasaki

2. Monatsbericht: 生活に慣れる (seikatsu ni nareru) – sich an den Alltag gewöhnen.

Mittlerweile ist auch der zweite Monat hier in Japan schon vergangen. Ich kann mich auch nur wiederholen, wenn ich sage, dass ich fest der Überzeugung bin, dass die Zeit hier in Yokohama viel schneller vergeht als Zuhause in Deutschland. Aber Moment mal! Zum Thema Zeit fällt mir nämlich sofort etwas ein…

…denn mittlerweile ist es auch hier in Yokohama an der Ostküste Japans Herbst geworden. „Okay“, werdet ihr denken, „soweit nichts Spektakuläres.“ Aber das denkt auch nur ihr. Hier in Japan heißt Herbst anscheinend, dass das Wetter einfach macht was es will. Zuerst hatten wir nur Sonnenschein bei 23°C und ehe man sich versieht regnet es aus Strömen bei 15°C. Sehr wechselhaft, und vor allem sehr speziell. Vor allem aber hat die Wärme des Sommers bei mir zur Folge, dass ich bei 15°C anfange zu frieren und mich nur noch mit dickem Schal und Pulli aus dem Haus traue. Eigenartig das Ganze.

Der Titel meines Monatsberichtes heißt diesmal „seikatsu ni nareru – sich an den Alltag gewöhnen“. Aber was genau heißt denn Alltag hier für mich?! Genau das möchte ich euch diesmal etwas genauer erklären, bevor ich wie immer etwas zu den vielen Events sage, bei denen ich im Oktober dabei war.

Mein Arbeitsalltag in Japan: Das ich an der Deutschen Schule Tokyo Yokohama arbeite wisst ihr ja bereits, und ich habe ja auch schon in Grundzügen meine Arbeit erklärt. Aber natürlich veränderte sich mein Arbeitsplan während der ersten Wochen noch. Deswegen gibt es jetzt den neuen Stand der Dinge. Montags arbeite ich ausschließlich in der Grundschule. Meine Aufgabe hier besteht darin, in verschiedenen Klassen den Unterricht zu begleiten und darauf zu achten das einzelne Schüler gut mitmachen und aufpassen. Außerdem habe ich noch die Aufgabe mit einer Schülerin, die etwas schwächer in Mathe ist, zu üben und ihr ein paar Dinge zu erklären. Bei beiden Aufgabenbereichen habe ich viel Spaß. Mittags geht es dann jeden Tag in die Pausenaufsicht. Hier besteht meine Aufgabe darin, darauf zu achten, dass die Schüler und Schülerinnen der Grundschule sich an die Pausenregeln halten. Kommt es zu Vorfällen während der Pause ist es meine Aufgabe die Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen und den Vorfall mit den Kindern zu klären. Aber das ist viel leichter gesagt als getan, denn manchmal stellen mich die Kinderstreitigkeiten auf eine Zerreißprobe bei der ich mich des Öfteren auch an meine eigene Grundschulzeit erinnere. Den Montagnachmittag habe ich dann frei. Von Dienstag bis Donnerstag arbeite ich vormittags im Kindergarten. Meine Aufgabe dort ist es, mich mit den Kindern zu beschäftigen und aufzupassen, dass nichts passiert und es allen gut geht. Mittags geht wie jeden Tag in die Pausenaufsicht. Am Dienstagnachmittag findet dann die „Psychomotorik AG“ statt, bei der ich mithelfe. Sicher denkt ihr euch jetzt „Was um Himmelswillen ist den Psychomotorik?“. Erklärung dazu: Die Psychomotorik AG heißt auch einfacher „Freies Turnen“. Die Kinder können zum einen an Aufbauten turnen oder frei „Spielen“. Sinn der Sache ist es, das die Kinder bei den Aufbauten zuerst überlegen was zu tun und zu beachten ist (Psyche benutzen) und erst dann anfangen zu klettern (Motorik einsetzen). Somit verbindet man Psyche und Motorik miteinander. Beim Freispiel vergessen die Kinder schnell das sie Sport treiben, da sie sich ja selbst aussuchen können was sie gerade machen wollen. Deshalb ist das besonders beliebt bei den Kids. Mittwochs, Donnerstags und Freitags arbeite ich hingegen nachmittags in der Lernwerkstatt. Hier können die Kinder alle möglichen Sachen machen. Basteln, bauen, malen, spielen, aber auch zusammen lernen oder Hausaufgaben erledigen. Schön sind die besonderen Aktivitäten, die des Öfteren stattfinden. So zum Beispiel gab es einen Märchennachmittag bei dem die Kinder selbst Geschichten vorlesen und zusammen Tee trinken, oder auch die gemeinsamen Projekte, bei denen alle gerne dabei sind. Ihr seht also: Langweilig wird mir hier mit Sicherheit nicht.

Im ersten Monat war das Motto eher „seine Position im System finden“. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich mich irgendwie erst zurechtfinden musste. Vor allem aber musste den Kindern klar gemacht werden in welcher Position ich mich befinde und dass ich auch etwas zu sagen habe auf das sie besser hören sollten. Mittlerweile klappt das ganz gut. Aber ich versuche nicht wie ein Lehrer auf sie zu wirken. Das Verhältnis ist eher ein ganz anderes. Zum einen bin ich immer noch Spielgefährte mit dem man schon mal zusammen Spaß haben kann, zum anderen muss ich aber darauf achten, dass ich die „Autorität“ nicht verliere und die Kinder mir im Endeffekt auf der Nase rumtanzen. Zu Beginn fand ich das ziemlich schwierig, mittlerweile allerdings gelingt mir das, wie ich finde, recht gut. Man gewöhnt sich eben an alles.

Grundschul-Rundlauf – oder auch: die Schüler näher kennen lernen. Zu Beginn des Monats gab es für mich einen neuen Stundenplan, der vorsah, dass ich zwei Wochen lang, jeden Tag in eine andere Grundschulklasse gehe um die Schüler auch im Unterricht besser kennen zu lernen. Ich begann in der 1a und wanderte Tag für Tag weiter bis ich nach der zweiten Woche in der 4b einen Tag verbrachte. Das Ganze war, meiner Meinung nach, eine echt gelungene Sache, denn so konnte man den Kindern auch noch einmal deutlich machen wer ich überhaupt bin und was ich an dieser Schule mache. Trotzdem muss ich aber gestehen, dass es bis heute mit den Namen nicht so einfach für mich ist. Kindergartenkinder, Grundschulkinder und Kollegen. Und jeder hat einen anderen Namen. Ziemlich viele Namen die man sich merken sollte. Und ehrlich gesagt, kann ich mir einige bis heute nicht merken, aber ich hoffe, dass sich das bald ändert.

„Tag der deutschen Einheit“ – oder auch: Massenauflauf in der deutschen Botschaft. Am 3.10.2010 war ja Tag der deutschen Einheit. Natürlich wurde das auch hier in Japan, genauergesagt in der deutschen Botschaft Tokyo gefeiert. Hierzu wurden alle Deutschen, die in Japan leben herzlich in den Botschaftsgarten eingeladen um zusammen diesen Tag gebührend zu feiern. Ich hatte ja mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer derartigen Massenveranstaltung. Besonders war für mich allerdings, dass ich nicht ausschließlich zum „Feiern“ in die Botschaft gekommen war, sondern auch um zu arbeiten, denn ich musste mit einer Kollegin aus der Grundschule den Kindermalwettbewerb betreuen und durfte die Gewinner bestimmen. Danach hieß es dann aber auch für mich und meine Kollegin den Abend gemütlich ausklingen lassen und den einen oder anderen Leckerbissen probieren, der an diesem Tag angeboten wurde.

10. – 17.10.2010 – oder auch: Voll verplant. Die Woche vom 10. bis zum 17.10. war schon eine sehr verplante Woche. Also fange ich einfach mal mit dem Sonntag an. Am Sonntagmorgen gab es das EUFR Staff Meeting. Sicher denkt ihr jetzt: Was ist denn das schon wieder. Keine Sorge hier die Erklärung. EUFR ist eine Abkürzung und steht für EU Friendship Run. Dies ist ein Lauf, der jedes Jahr stattfindet. Dieses Jahr am 16.10. An diesem Tag fand auch das große Oktoberfest als Auftaktveranstaltung der 150 Jahr Freundschaft Deutschland-Japan Reihe statt. Und ich war bei diesem Rennen als Helfer, genauergesagt als Gruppenleiter eines Streckenabschnittes mit von der Partie. Aber dazu später mehr. Montag war ein Feiertag und deswegen hatten wir frei. Am Dienstag war es dann soweit: der von den Kindern heiß ersehnte Ausflug ins „Kodomo no Kuni“ (Kinderland) stand vor der Tür. Morgens ging es mit dem Schulbus zunächst quer durch Yokohama bis vor die Tore des gigantischen Parks. Was man dazu sagen muss: Kodomo no Kuni liegt mitten in der Stadt und beim betreten war mir nicht klar was mir hinter dem ersten großen Berg erwarten würde. Aber dann: Ein riesen Gebiet, mit vielen Spielplätzen, einem Streichelzoo, Ponyreiten und allem was das Kinderherz begehrt. Man kann sich wirklich kaum vorstellen, dass dieser große, grüne Park mitten in der City liegt. Wir verbrachten dort mit den Kindern den Vormittag und Mittag. Danach ging es wieder mit dem Schulbus zurück zur Schule. Am Abend ging es dann mit allen „Neuankömmlingen“ an der DSTY zum Tempelfest O-eshiki. Das ist ein traditionelles Tempelfest, welches nur ein Mal im Jahr stattfindet und ordentlich gefeiert wird. Überall hörte man Trommeln und Flöten, die Leute waren in traditionellen Gewändern gekleidet, es gab viele japanische Speisen. Und das Ganze im Schein der Lichter des Tempels und der vielen Lampions und Laternen. Ziemlich bewegend das Ganze. Danach war ich aber auch echt geschafft und bin super müde ins Bett gefallen. Am Mittwoch war ich mit den beiden 2. Klassen im „Zoorasia“. Das ist ein großer Zoo, der ebenfalls mitten in der Stadt liegt und trotzdem so groß ist, dass wir an einem Tag nur ein Drittel des gesamtem Zoogeländes sehen konnten. Das Wetter spielte aber auch mal wieder mit und bescherte uns im Oktober, von dem ich bis jetzt nur eher kältere Temperaturen gewohnt war, durchgehend sonnige 25 °C. T-Shirt-Wetter. Ihr seht, Japan ist also auch in dieser Hinsicht sehr „speziell“. Der Donnerstag war eigentlich recht unspektakulär. Ich hatte einen normalen Tag im Kindergarten, der Grundschule und der Lerni. Mit einer Ausnahme, denn ich war mit den Kindern aus dem Kindergarten zusammen Schwimmen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Alles in Allem sehr angenehm. Nachmittags habe ich dann meine ARC vom Kuyakusho (dem Bezirksamt) abgeholt und bin seitdem offiziell hier registriert. Abends ging es dann noch eine Runde Volleyball spielen und sich das letzte Mal mit 19 noch einmal so richtig auspowern, denn am Freitag war mein Geburtstag und ich wurde „Hatachi“ (20). Zusammen mit den Kindern aus dem Kindergarten und speziell mit meiner Gruppe wurde vormittags gefeiert. Ich habe sogar einen selbst gemachten Kuchen bekommen und ganz viele Bilder und Glückwünsche von den Kindern. Das war wirklich sehr schön und hat viel Spaß gemacht. Nachmittags in der Lerni wurde der Kuchen dann mit den Kindern verzehrt. Mich erreichten natürlich auch Glückwünsche aus Deutschland und aus allen Teilen der Welt von den anderen Freiwilligen. Ein großes „Danke“ dafür an dieser Stelle. Abends ging es dann mit ein paar Kollegen aus Grundschule und Kindergarten zuerst Shabu-Shabu essen (eine Art japanisches Fondue) und danach noch eine Runde Karaoke singen. Fazit des Tages: Ein gelungener 20. Geburtstag im fernen Osten den ich in meinem Leben sicherlich nicht mehr vergessen werde. Danke an alle die an diesem Tag irgendwie mit von der Partie waren. Samstag …tja, wo soll ich da am besten anfangen?? Morgens ist vielleicht ein guter Einstieg. Also los: um 6:30 habe ich nämlich Frauke von Tama Plaza abgeholt. Sie kam mich aus dem im Norden gelegenen Nishinasuno für 2 Tage besuchen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Wir fuhren zusammen zur Schule, so dass wir pünktlich um 8:15 mit allen anderen Helfern des EU Friendship Runs unsere Posten beziehen und die Laufstrecke gut vorbereiten konnten. Kleine Anmerkung dazu am Rande: Als Teamleiter wurden wir beim Meeting vorher in Streckenabschnitte aufgeteilt. Ich hatte den Abschnitt H der 10km Laufstrecke – der längste Abschnitt der Strecke. Und meine Helfer waren nicht etwa Schüler der Schule mit denen ich Deutsch reden konnte, nein, es waren alle samt (14 insgesamt) Mitarbeiter des Tsuzuki Ward Office – die natürlich allesamt Japaner sind und leider nur sehr begrenzt über Englischkenntnisse verfügen. Trotzdem hat alles super geklappt und ich kam mit meinem Japanisch doch recht weit, so dass die Strecke zum Startschuss des Runs um 10 Uhr fertig abgesichert und mit Streckenposten versehen war. Mit dem Startschuss begann aber nicht nur für die Läufer der Tag so richtig, sondern auch gleichzeitig für die zahlreichen Helfer des Oktoberfestes, welches nach dem Run beginnen sollte. Man notiere sich jetzt schon mal im Hinterkopf: Das Oktoberfest der DSTY 2010 = Auftaktveranstaltung „150 Jahre Deutsch-Japanische Freundschaft“. Los ging es für mich im Kindergarten mit der Betreuung der Kinder, deren Eltern an den Ständen und Buden beim Oktoberfest arbeiten mussten. Danach hatte ich auch etwas Luft um mich erst einmal umzusehen. Hier für euch ein kleiner Abriss der Events an diesem Tag: Pressekonferenz 150 Jahre Deutschland-Japan, Kimono anziehen, Deutsches Café, Deutscher/Österreichischer/Schweizer Stand mit vielen Leckereien, Auftritte der Schülerband und der Elternband, Mocchi-Schlagen, Kindergartenlauf und Taiko in der Dämmerung. Es gab vieles zu sehen und zu erleben, und es waren viele Menschen zu Besuch (> über 5000). Ihr seht also, man erlebt hier viel. Abends ging es dann noch mit Frauke und Ayaka, einer Schülerin etwas Essen und dann ab ins Bett, denn am Sonntag erkundete ich zuerst mit Frauke Tama Plaza um dann später nach Tokyo zu fahren um mir das Taiko Konzert der Gruppe „TAO“ anzusehen. Die Eintrittskarte hierfür war ein Geschenk der Grundschule und des Kindergartens anlässlich meines Geburtstags. Die Gruppe war toll und das Konzert war einfach atemberaubend. „Very Japanese“ und sehr traditionell. Toll! Sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben. Abends bin ich dann schnell ins Bett um für Montag fit zu sein.

Krank in Japan – oder auch: der erste Gebrauch der Reiseapotheke. Direkt an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an meine Mama, die mir vor dem Abflug eine Reiseapotheke zusammengestellt hat, denn Montag, Dienstag & Mittwoch lag ich flach. In der Nacht auf Montag hat es mich richtig umgehauen. Seitdem habe ich eine dicke Erkältung und konnte deswegen auch nicht beim Süßkartoffelernten des Kindergartens dabei sein. Das ist echt Schade, aber leider ließ sich das nicht ändern.

Lokale Spezialitäten – oder auch: „Wieso schmeckt mir das?!“ Donnerstag habe ich normal im Kindergarten gearbeitet und Süßkartoffelplätzchen gebacken. Irgendwie wie verfrühtes Weihnachtsbacken, aber es hat total viel Spaß gemacht. Zum Mittag gab es dann bei mir sehr Japanisches. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals Innereien lecker finden und mich über Kartoffeln in Sojasauce derart freuen könnte. Aber wie gesagt, hier ist eben alles ein bisschen anders als in Deutschland.

Alles in Allem also ein gelungener aber vor allem schnell vergangener Monat, wie ich finde. Bald kommt dann schon der November, von dem ich noch gar kein so genaues Bild habe. Mal schauen was alles auf mich zukommt und welche schönen Momente ich im November erleben darf. Ich hoffe euch geht es auch gut in Deutschland und ihr habt mindestens eine so schöne Zeit wie ich. Abschließen möchte ich diesen Bericht mit einem Auszug aus einem Song, den ich sehr passend finde. Ich freue mich von euch zu hören, bis bald und „sayonara“
mit vielen lieben Grüßen aus Yokohama euer Japan-Fabi

http://www.youtube.com/watch?v=Kwi8s0QNjJk

清水翔太・Journey

そうさ たぶんずっと
この道は続いているのさ この先も
ちょっと休憩したら
また歩き始めようか YEAH
一緒に歩いてくれる
人が見つかってよかった 本当に
孤独は怖かった とても不安だったから
ありがとう

もし、よければ
一緒に歌いませんか
長い旅路の
疲れを忘れるために
どこへ行くのか
忘れてしまったんですか?
僕でよければ
一緒に探します

Journey 傷ついて
泣いてしまう時もあっていい筈さ
Journey それぞれが
描く夢に向いていれば それでいいんだ

僕は生まれてきて
今日まで信じていなかったんだ 運命を
でも、こんな風に
同じ事に感動したり 笑える人と
出会って僕の目に映る世界は 変わったよ
「なんだ、この人生を嘆く事なんてなかった」
そう思えた

もし、よければ
これからもずっと
長い旅路を
共に行きませんか
どこへ行くのか
今、決まったんですか?
もしかしてそれは
僕と同じですか

Journey 悲しみも
いつの日かきっと、笑える日がくる
Journey 疲れたら
隣にいる誰かと 歌えばいいんだ

何もかも嫌になって
呼吸さえつらくても
振り返っちゃ駄目さ
どうせ帰れないんだ
さあ、前を向こう

Shimizu Shota – Journey

Es ist richtig, vielleicht wird dieser Weg von hier aus immer weiter führen
Wenn wir uns kurz Ausruhen lass uns trotzdem wieder anfangen zu laufen
Lass uns zusammen laufen
Ich bin wirklich froh Menschen getroffen zu haben
Ich hatte Angst vor der Einsamkeit und war unsicher, deshalb Danke

Wenn es okay für dich ist
Sollen wir nicht zusammen singen?
Um die Erschöpfung der langen Reise zu vergessen
Wohin geht es eigentlich?
Hast du es vergessen?
Wenn es okay für dich ist
Dann suchen wir gemeinsam nach dem Platz

Reise, man wird verletzt und es ist okay das es auch Zeiten gibt wenn man weint
Reise, es gibt viele und es reicht alleine wenn man
für den Traum den man sich vorstellt geeignet ist

Seitdem ich geboren wurde bis heute
Habe ich nie an Schicksal geglaubt
Aber seit ich Menschen getroffen habe,
die die Selben Dinge bewegen wie mich
und die über die Selben Dinge lachen
hat sich die Welt vor meinen Augen verändert
„Irgendwie gibt es nichts um das Leben zu bedauern“, ist was ich dachte

Wenn es für dich okay ist
Von jetzt an für immer
Lass und diese lange Reise doch zusammen gehen?
Wohin geht es eigentlich?
Ist es jetzt schon entschieden?
Könnte es sein,
das es das selbe Ziel ist wie meins?

Reise, auch die Traurigkeit
Es wird ein Tag kommen an dem man lachen kann
Reise, wenn du erschöpft bist
Ist es okay wenn du mit dem singst
der an deiner Seite ist

Wenn du alles Leid bist
Und dir das Atmen schwer fällt
Ist es nicht gut nach hinten zu schauen
denn du kannst sowieso nicht zurück kehren
also, schau nach vorne.

1. Monatsbericht: Yokoso Japan – Willkommen in Japan

Es ist nun schon einen Monat her, dass ich nach Japan gekommen bin um meinen Freiwilligendienst anzutreten. Ehrlich gesagt kann ich es noch nicht ganz so realisieren, denn mir kommt es vor als wäre ich erst gestern in Narita gelandet. Mir geht es gut hier, also macht euch keine Sorgen. Aber fangen wir einfach von vorne an…

…am 29. August war es so weit. Es war Zeit sich am Düsseldorfer Flughafen von meinen Liebsten zu verabschieden. Aber nur für ein Jahr versteht sich, denn ich trat genau an diesem Tag meinen Freiwilligendienst an. Irgendwie war das schon ein komisches Gefühl in den Flieger zu steigen, denn ich hatte die Gewissheit, dass ich von nun an auf mich gestellt ein Jahr in einem fremden, mir noch unbekannten Land mit ganz anderer Mentalität als der Deutschen leben werde. Aber es war auch ein schöner Moment, denn für mich begann ein neuer Lebensabschnitt, eine Zeit die ich sicher niemals vergessen werde…

Flug & Ankunft: Nach einem 13 Stunden Flug von Düsseldorf über Paris nach Tokyo, landete ich zusammen mit Frauke in Tokyo, Narita. Wir landeten um 6:30 morgens nach einem 13 Stunden Flug im, na sagen wir mal, „tropischen“ Japan. Aber dazu später mehr. Aufgabe war es nun, nach dem Ankommen und der Passkontrolle erst einmal die Eindrücke zu verarbeiten und gemeinsam Bustickets zur Weiterfahrt zu kaufen. Da ich schon ein wenig Japanisch kann, war dies keine große Herausforderung und Frauke und ich kauften gemeinsam unsere Tickets. Danach hieß es sich voneinander verabschieden, denn unsere Ziele waren Unterschiedliche. Jetzt war ich wirklich ganz auf mich allein gestellt. Sehr eigenartig. Ich musste nun weiter mit dem Bus nach Yokohama. Genauer gesagt fuhr mich der Bus nach Center Minami, welches ganz in der Nähe der Deutschen Schule Tokyo Yokohama (DSTY) liegt. Von dort aus ging es dann per Taxi weiter bis zur Schule, denn meine erste Aufgabe war es zum Schulgebäude zu kommen, um mich anzumelden. Dort angekommen wurde ich sofort herzlich von Frau Wels empfangen. Mit ihr hatte ich im Vorfeld schon häufiger Kontakt. Sie stellte mir Herrn Wintersohl, meinen Chef vor, und führte mich erst einmal durch das Gebäude. Ziemlich viele Eindrücke auf einmal.

Woche 1 – sich „einleben“: Nachdem ich dann die Schule gesehen hatte wurde mir kurz berichtet, wie sich die nächste Zeit abspielen wird. Glücklicherweise hatte ich den Montag und Dienstag noch frei um mich etwas zurecht zu finden und ein paar erste Erledigungen zu machen. Ich fuhr also von der Schule aus das erste Mal mit der japanischen U-Bahn. Das ist schon ein Erlebnis, denn hier kommen die Züge nicht wie in Deutschland grundsätzlich zu spät, sondern genau pünktlich zur angegebenen Zeit. Bis heute hatte nur ein einziger Zug Verspätung…von einer Minute. Vom Bahnhof Nakamachidai ging es über Azamino bis nach Tamaplaza. Von da aus musste ich, immer noch bepackt mit 2 Koffern a 23kg, einer Laptoptasche und einem Rucksack ca. 20 Minuten bis zu meiner Unterkunft laufen. Hört sich alles ja eigentlich nicht schlimm an und ich bin auch nicht zimperlich, aber da gibt es ja noch die Sache mit dem Wetter. Japan hat seit 104 Jahren den heißesten und längsten Sommer. Hier heißt das in Zahlen ausgedrückt: Tagsüber 34°C, Nachts 26°C und das bei meist 80% Luftfeuchte. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie ich nach dem Marsch aussah. Richtig, als hätte ich gerade geduscht. Im Guesthouse angekommen bekam ich dann ein Zimmer und packte erst einmal aus und richtete mich ein bisschen ein. Danach ging ich los um mir ein bisschen was zum Trinken und zum Essen zu kaufen. Dabei stellte ich fest, dass Japan im Vergleich zu Deutschland recht teuer ist. Nachdem ich eingekauft hatte, legte ich mich im Guesthouse erst einmal schlafen, denn ich musste mich nach dem Flug und der Zeitumstellung erst einmal richtig ausschlafen. Gottseidank habe ich eine Klimaanlage. Ohne die funktioniert das mit dem Schlafen nämlich nicht so gut. Am Dienstag hatte ich ja noch frei. Zusammen mit Denis, einem Praktikanten, fuhr ich bei 35°C nach Shibuya. Da ich am nächsten Tag ja zur Arbeit musste hatte ich aber beschlossen früh schlafen zu gehen um für die Arbeit fit und ausgeruht zu sein. Was ich bis dahin schon alles gelernt hatte lässt sich so zusammenfassen: so ein Wetter kannte ich bis jetzt nur aus dem Fernsehen, Japaner sind sehr höflich und gastfreundlich, an jeder Ecke gibt es Warnungen zu beachten, die Rolltreppen sprechen mit ihren „Passagieren“, auf Rolltreppen steht man links und geht (!) man rechts, japanische Züge kennen das Wort „Verspätung“ nicht und ohne Air Condition geht hier in Japan garnichts.

Am Mittwoch begann dann meine Arbeit im Kindergarten. Das macht mir sehr viel Spaß und ich lernte natürlich direkt am Mittwoch viele neue Gesichter und vor allem Namen kennen. In den Kindergarten hier gehen nicht nur Deutsche, sondern auch Halb-deutsch-halb-japanische Kinder. Das macht das zusammen spielen manchmal sehr interessant, da nicht alle Kinder schon gut Deutsch können. Glücklicherweise verstehe ich ja Japanisch einigermaßen gut. Mittags besteht meine Aufgabe darin, Pausenaufsicht in der Grundschule zu machen, damit den Grundschülern nichts passiert und es keine Auseinandersetzungen gibt. Nachmittags arbeite ich dann in der Lernwerkstatt. Das ist ein Raum in dem die Kinder sich selbst beschäftigen können. Spielen, basteln, bauen, pflanzen, malen…alles möglich in der Lernwerkstatt. Die Arbeit macht mir wirklich Spaß. So verging die erste Woche auch sehr schnell. Irgendwie habe ich generell das Gefühl, dass hier die Zeit schneller vergeht. Aber ich glaube das liegt daran, dass ich viele Eindrücke sammeln kann, die mich nicht an die Zeit denken lassen.

Woche 2 – sich „vorstellen“: Zum Start der ersten Woche gab es den „Wochenauftakt“. Das ist eine Veranstaltung, bei der sich die Schule jeden Montagmorgen in der Aula versammelt um zu besprechen was die Woche über so ansteht. Bei dieser Gelegenheit wurde ich von dem Schulleiter vorgestellt, so dass die Schüler wissen wer ich bin und was ich hier mache. Die Arbeit für mich blieb in dieser Woche die Selbe wie in der ersten. Kindergarten > Aufsicht > Lernwerkstatt. Neu war die Arbeit in einer der zahlreichen AG’s. Ich arbeite nämlich ab jetzt in der „Psychomotorik AG“. Besonders in dieser Woche waren die beiden Elternabende und die Feedback-Runde. Am Dienstag und Mittwoch fanden die Elternabende des Kindergartens und der Grundschule statt, bei denen ich mit von der Partie war, um mich auch den Eltern der Kinder vorzustellen. Am Donnerstag dann, gab es die Feedback-Runde mit allen neuen Lehrern und Mitarbeitern an der DSTY. Diese Veranstaltungen machten viel Spaß und ich lernte natürlich viele neue Gesichter kennen. So verging auch meine zweite Woche in Japan sehr schnell. Mittlerweile besitze ich auch ein japanisches Handy.

Woche 3 – nur mit Unterhose im Regen spielen: am besten fange ich mal mit dem Wetter an, denn die dritte Woche hier in Japan war, na sagen wir mal „wechselwarm“, denn die Temperaturen schwankten von 20 bis 35°C hin und her. Das war irgendwie ziemlich anstrengend. Zwischendurch gab es Regengüsse, die innerhalb von 2 Minuten die Straße in einen reißenden Bach verwandelten. Extrem lustig war der Tag an dem es so gegossen hat, denn die Kinder aus meiner Gruppe im Kindergarten hat das noch lange nicht davon abgehalten, sich nur in Unterwäsche bekleidet nach draußen zu begeben und ausgelassen zu spielen.  Regen bei 30 Grad – da kann man sich das schon mal erlauben. In dieser Woche habe ich aber irgendwie wenig geschlafen, dafür aber viel gelacht und auch viel gearbeitet. 

Woche 4 – Ikea, Muji und Aki Hajimari (oder auch: Wasser marsch.): In der vierten Woche änderte sich für mich einiges, denn ich verlies für die nächsten zwei Wochen den Kindergarten um in der Grundschule zu arbeiten. Jeden Tag der nächsten zwei Wochen besuche ich jeweils eine Klasse und begleite sie während ihres Tages um sowohl Lehrer aber vor allem auch die Schüler besser kennen zu lernen. Diese Woche war allerdings recht kurz und hörte mit dem Mittwoch auf. Sicher fragt ihr euch warum. Der Grund ist ziemlich unspektakulär. In Japan gibt es viele Feiertage und einer davon ist Donnerstag gewesen. „Aki Hajimari“, zu Deutsch: Herbstanfang, war die Schule geschlossen und somit ein freier Tag für mich.  Pünktlich zum Herbstanfang hat der Himmel aber auch seine Schleusen aufgemacht. So heftigen, aber vor allem so lange andauernden Regen habe ich noch nie gesehen. Am Freitag musste ich aber wieder arbeiten, obwohl der Rest der Schule einen Brückentag hatte. Aber ich habe schon eine Aufgabe für diese Tage bekommen. Was gab es sonst noch in der vierten Woche…ach richtig, ich war bei Ikea und Muji. Dazu gibt es einiges zu erklären würde ich sagen. Zunächst einmal die Situation vor meinem Besuch bei Ikea und Muji. Mein Zimmer ist ja recht klein und war mit fast nichts eingerichtet. Irgendwie fehlte mir also Stauraum, in dem ich meine Sachen verstauen konnte. Und da ich ein Jahr hier bin möchte ich es mir hier so gemütlich wie möglich machen. Also bin ich auf zu Ikea um mir einen Schrank zu kaufen. Ein riesen dickes Dankeschön geht an dieser Stelle an Mandy (eine Arbeitskollegin), die mich mit Ihrem Auto nach Ikea begleitet hat und mich dann sogar bis nach Hause gebracht hat. Ich meine, IKEA, was soll da schon anders sein als in Deutschland. Tja, falsch gedacht. Auch hier fallen einem nicht zuerst die schönen Möbel auf, sondern die eher weniger „schönen“ Preise. Japan scheint wirklich in allen Belangen echt teuer zu sein. Ich kaufte einen Schrank, eine Nachttischlampe und Körbe, die ich als Wäschekörbe einsetze.

Nachdem ich dann alles aufgebaut hatte ging es noch zu Muji. Jetzt fragt ihr euch bestimmt: Was bitte ist Muji. Ganz einfach: Muji ist ein Laden in dem man von Kleidung, bis hin zu Haushaltswaren alles bekommt. Das besondere: Es gibt keine Markenprodukte, sondern nur No-Name-Ware. Was ich in diesem Laden gemacht habe?? Ich habe ein neues Kissen + Bezug und ein neues Oberbett + Bezug (er ist bestellt) gekauft, denn das Bettzeug das ich hatte war nicht so der Knüller. Zum Abschluss der vierten Woche ging es dann noch nach Kamakura. Das ist eine alte Stadt in der es viele Tempel und vor allem aber den „Daibutsu“ (großer Buddha) zu bestaunen gibt.

Der Monat ging irgendwie sehr schnell um. Es kommt mir vor als würde die Zeit quasi an mir vorbeifliegen. Als nächstes steht der Oktober vor der Tür. Ein Monat mit vielen Ereignissen, denn nicht nur mein 20. Geburtstag steht an, sondern auch der Tag der Deutschen Einheit in der Deutschen Botschaft in Tokyo, der EU Friendship-Run und das Oktoberfest der DSTY, sondern auch zahlreiche kleinere Aktivitäten rund um Kindergarten und Grundschule. Langweilig wird mir also sicherlich nicht werden. Somit sage ich „Mata ne“ (Bis dann). Ich freue mich immer von euch zu hören und Wünsche euch in Deutschland genau so schöne und erlebnisreiche Tage wie mir hier in Japan.

Ganz liebe Grüße aus Yokohama

euer Japan-Fabi

Wieso Ausland? Was bisher geschah…

Vor 2 Tagen hatte ich mündliches Abitur und damit meine letzte Prüfung. Endlich ist es geschafft und ich habe Zeit genug. Ziemlich komisch das Ganze, wenn auf einmal der Alltagstrott, den man so lange gelebt hat nicht mehr da ist.

Dies soll mein Blog werden, den ich vor, während und nach meinem Auslandsaufenthalt führen werde, denn ich gehe voraussichtlich im September für ein Jahr nach Japan. Genauer gesagt nach Tokyo/Yokohama um dort an der „Deutschen Schule Tokyo Yokohama“ zu arbeiten. Aber dazu später mehr.

Wieso eigentlich Ausland? Wieso eigentlich Japan?

Am Besten fange ich ganz ganz ganz vorne an.

Vor ca. 3 Jahren habe ich angefangen mich für Japan zu interessieren. Kultur, Musik, Sprache…alles so fremd, aber doch interessant. Aber auch vorher hatte ich schon immer eine Macke für Asiatisches. Das sagen zumindest meine Eltern. Schnell habe ich dann angefangen Japanisch zu lernen. Erst alleine, dann in einem VHS-Kurs und dann mit einer Privatlehrerin, bei der ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte. Seitdem ich so interessiert war, war mir klar, dass ich nach Japan gehen möchte. Wenigstens als Urlaub. Aber alles kam anders als gedacht…

Dass ich den Dienst an der Waffe beim Bund verweigere war mir schon immer klar. Also recherchierte ich ein bisschen im Internet um nach Zivildienststellen zu suchen, mich zu informieren und mir Anregungen zu holen. Während dieser Recherche stieß ich dann auf einen Dienst im Ausland, der auch als Zivildienstersatz anerkannt werden kann. Das ist der sogenannte „ADiA“ (Anderer Dienst im Ausland). Verschiedene Trägerorganisationen schicken jährlich Jugendliche ins Ausland überall auf der Welt. Das war die Chance. Also setzte ich mich noch einmal an meinen PC und suchte gezielt nach Stellenangeboten in Japan, und deren Trägerorganisationen. So fand ich meinen Träger, den „Sozialen Friedensdienst Kassel e.V.“ (kurz: sfd).

über Träger und Einsatzstelle

Mein Träger ist der sfd Kassel. Durch diesen gemeinnützigen Verein wird es mir ermöglicht für ein Jahr nach Japan zu gehen. Aber der sfd sorgt nicht nur dafür, dass mein Jahr anerkannt wird, sondern sorgt auch für gute Vor- , sowie Nachbereitung des Dienstes. Letzte Woche Freitag hatte ich z.B. das erste Vorbereitungsseminar in Kassel. Aber darüber berichte ich erst in meinem nächsten Blogeintrag.

Meine Dienststelle ist die „Deutsche Schule Tokyo Yokohama“ (kurz: DSTY). Sie liegt in einem ruhigen Wohngebiet am nördlichen Stadtrand Yokohamas und ist von Tokyo aus leicht zu erreichen. Die Schule wurde 1904 in Yokohama gegründet, im Mai 1905 offiziell eingeweiht und ist die älteste deutsche Auslandsschule in Ostasien. Zur Schule gehören sowohl Kindergarten, die Grundschule als auch die Sekundarstufe I und die gymnasiale Oberstufe. Als anerkannte deutsche Auslandsschule werden alle Abschlüsse des allgemeinbildenden Schulwesens bis zum Abitur (in Zukunft nach 12 Jahren) vergeben. Die Unterrichtssprache ist deutsch. In den Klassen geht es jedoch international zu – deutsche, schweizerische, österreichische, japanische Kinder, aber auch Schülerinnen und Schüler aus vielen anderen Ländern besuchen die DSTY. Meine Aufgaben an der DSTY sind zum einen die Kinderbetreuung in Kindergarten und Grundschule aber auch die Gestaltung und Erweiterung des Freizeitprogramms für Kinder und Jugendliche.

Für alle die Interesse an einem Dienst im Ausland haben, habe ich hier ein paar nützliche Links zusammengestellt. Diese könnt ihr rechts am Rand unter „Infos“ finden.
Wer fragen hat kann sich gerne an mich wenden. Am besten per E-Mail:
fabian.tauch@googlemail.com

In meinem nächsten Blogeintrag werde ich dann über das Vorbereitungsseminar vom sfd  berichten. Also bleibt dran.